Achim

Zugegeben, die Werkzeuge, die ich da in der Hand habe, eignen sich nur bedingt zur Rollerreparatur. Ein Andenken aus der Zeit, als in Deutschland noch Schiffe gebaut wurden. Und Zweiräder. Heutzutage wird so ziemlich alles importiert, bestenfalls aus Italien oder Frankreich, im Allgemeinen eher aus weiter entfernten Gegenden, wie China, Taiwan und Korea, manchmal Indien.
Das kann man einfach mal akzeptieren und das beste draus machen. Immerhin: Dank der Chinaroller gibt es Rollis mit Viertaktmotor, umweltfreundlich, sparsam, geruchfrei und - ziemlich lahm. Aber wer weiß, was die Zukunft bringt...
Was mich betrifft, so hat die Zukunft nach der Eröffnung der Rollerkiste viele schöne Kontakte mit Menschen gebracht, wenig Ärger. Ein bischen gewinnt man den Glauben an die Menschheit wieder, wenn man erlebt, wie friedlich die verschiedenartigsten Typen in meinem Laden fachsimpeln und gemeinsam lachen. Statt sich zu streiten.
Der Kontakt zu Menschen war ein Hauptgrund für mich, den Laden aufzumachen.

Und dann gibt es noch einen Grund: Ich repariere Roller, weil ich es kann!

Mein Alter ist 54 Jahre, ich brauche also noch nicht an die Rente denken und tue es auch nicht. Angefangen hat mein Berufsleben wie oben schon beschrieben auf einer kleinen Bremerhavener Werft und seitdem gibt es wenige Berufe, die ich fürchte. Dann kam der heldenhafte Versuch, Ingenieur zu werden, was aber schiefging und darum bin ich nicht wirklich böse, hatte eh nie Lust dazu. Dann einige Jahre als Leiharbeiter, wo ich wirklich viel rumgekommen bin. Sollte man jeden zu verpflichten! Dann ging es nach Bayern, dort wurde ich Dreher. Dann CNC-Dreher. Und das kann ich richtig gut und verdiene tatsächlich immer noch einiges Geld damit, weil sich eine solche Maschine jetzt in der Werkstatt befindet.
Soweit, weitere Fragen werden nur persönlich beantwortet, das aber gerne! Und im übrigen halte ich mich an Stefans Grundgesetz:

Et kütt, wie et kütt, wat willste maachn?